Jürgen Ringmann

Photography

my travel book

/// Fotoreise Namibia

Namibia. Eine Reise die ich gerne schon 2021 unternommen hätte. Die Reise wurde jedoch wegen Corona-Reisebestimmungen verschoben. Nun konnte sie dafür dann im Mai dieses Jahres stattfinden. Die Reise wurde von dem Fotografen Stefan Liebermann, der unter anderem auch Sony Botschafter für Deutschland ist, als 15-tägiger Workshop in Zusammenarbeit mit Richard Morsbach, einem lokalen Reiseleiter, organisiert.

Namibia liegt im südwestlichen Teil Afrikas. Mit einer Fläche von etwa 825.000 km² doppelt so groß wie Deutschland. Namibia beeindruckt nicht nur mit seiner artenreichen Tierwelt. Dort findet sich auch die älteste Wüste der Welt, die Namib, mit einer Fläche 81.000 km² und ihrer berühmten Dune 7, mit einer sagenhaften Höhe von 130m.

Unsere 12-köpfige internationale Fototruppe traf sich zu Reisebeginn am Flughafen in Windhoek, der Hauptstadt Namibias. Innerhalb von einigen Stunden trafen wir alle nach und nach ein. Während wir auf unsere Vollzähligkeit warteten, wurde etwas Geld getauscht ( Namibia-Dollar ( und wer wünschte, besorgte sich eine Prepaid SIM Card. Unsere Gruppe teilte sich in 2 Safari-Fahrzeuge auf. So hatten wir alle recht luftig Platz. Unser Reisegepäck kam in einem separaten Anhänger unter. Grobes Fotogepäck und Stative kamen in seitlichen Stauräumen der Fahrzeuge unter. Den klassischen Fotorucksack, mit Kamera und Objektiven, hatte jeder für sich mit am Platz.

So brachen wir auf und steuerten unser erstes Reiseziel, den sagenhaften Köcherbaumwald, nordöstlich von Keetmanshop gelegen, an. Nach 5 Stunden Fahrt und einer kleineren Pause zur Stärkung, erreichten wir rechtzeitig vor Sonnenuntergang unser Ziel. Überwältigt vom Anblick dieser außergewöhnlichen, mir bis Dato doch fremden Pflanzenart aus der Gattung der Aloen, auch unter dem Namen Drachenbaum-Aloe bekannt, musste ich mich erst einmal Sammeln. Ein Erlebnis, an dem man sich kaum satt sehen konnte. Faszinierend der Anblick dieser Pflanze, in ihrer einzigartigen Präsenz. Majestätisch die spitzen massiven Blätter, wie sie sich sternenförmig gen den Himmel ragen. Der wuchtige und massive Stamm scheint jedem Wind und Sturm gewachsen. Feingeschuppt das Kleid seiner Rinde. Wohin ich auch schaute, jeder einzelne Baum, eine Schönheit. Inmitten dieser sehr kargen, sandigen und felsigen Gebiets, entpuppt sich der Köcherbaumwald mit seinen 250–300 Köcherbäumen, dass 1955 als nationales Denkmal erklärt wurde.

Dann war es soweit und die untergehende Sonne tauchte die Bäume in rötlich-goldenes Licht, was ich mir so nie hätte so nie vorstellen können.

Am nächsten Morgen haben wir mit der aufgehenden Sonne noch einmal die Gelegenheit gehabt,  die Köcherbäume im völlig anderen Licht, zum Sonnenaufgang,  zu erleben. Ein Genuss den wir uns zum größten Teil alle nicht nehmen ließen. Für mich als Frühaufsteher ohnehin eine meiner leichtesten Übungen, Frühstücken konnte ich später noch in Ruhe. So verteilten wir uns in der großzügig inmitten des Waldes um erneut die Schönheit der Köcherbäume einzufangen. Begeistert und schwer beeindruckt, lief ich überall umher, machte meine Bilder und fotografierte die anderen ganz in ihrem Element. Menschen zu fotografieren, ist nach wie vor eine besondere Leidenschaft von mir…..und ich war mir sicher, dass nach der Reise gerade auch Bilder wo man selbst mit drauf ist, eine besondere Erinnerung wecken lässt. Auch immer wieder klasse, wenn es einem selbst nicht bewusst ist, dass man mit der Kamera eingefangen wurde. Hier brauchte man nicht um vorherige Erlaubnis fragen, wie ich das sonst immer tue. Wir waren auf Anhieb und über die ganze Zeit unserer Reise, eine richtige Foto-Family. So würde ich es beschreiben.

Nachdem wir uns dann auf machten, um noch zu Frühstücken und unser ganzes Gepäck zu verstauen, brachen wir glücklich und zufrieden auf, zum Fish River Canyon. Dieser Canyon  liegt im südlichen Namibia. Er ist mit etwa 160 Kilometer Länge, bis zu 27 Kilometer Breite und bis zu 550 Meter Tiefe der größte Canyon Afrikas und gilt nach dem Grand Canyon als zweitgrößter Canyon der Erde. Vor uns lag eine gut 7 stündige Fahrt, wir hatten ein 430 Km Strecke vor uns. Dazu sollte ich erwähnen, dass uns hier nur kleine Teilstücke an asphaltierter Straße zur Verfügung standen. Größtenteils fuhren wir über staubige und eher steinige Pisten. Nicht zu vergessen, eines unserer Fahrzeuge hatte den Hänger mit dem ganzen Reisegepäck zu ziehen. Richard, unser lokaler Reisebegleiter fuhr eines der Fahrzeuge. Lazarus, unser lokaler Begleiter, fuhr den Wagen mit Anhänger.

Unterwegs legten wir eine noch eine verkürzte Pause ein um etwas zu Essen. Denn spätestes um 19:00 muss der Aussichtspunkt am Canyon verlassen werden. Das wird durch Patrouillen definitiv kontrolliert. Wir erreichten so gegen 17:30 den Checkpoint und konnten diesen auch zügig passieren. Von dort aus waren es ca. 10 Minuten zum ersten Aussichtspunkt, fuhren dann wegen eines wohl noch schöneren Blicks zum 2.ten Aussichtspunkt. Dort angekommen, liefen wir mit Kameras und Stativen hoch an den Rand des Canyons und genossen während des Fotografierens eine fantastische Sicht auf diesen beeindruckenden Canyon.

Eigentlich hätten wir alle erschöpft gewesen sein müssen, als wir vom Fish River Canyon zurück in unsere Unterkunft kamen, zumal die Tage und Nächte mit allerhand Aktivitäten gefüllt sind. Der Schlaf kommt allgeDenn schon in einer Stunde wollten wir uns wieder zum Abendessen treffen. Jeder verzog sich in seinen wundervoll in die Landschaft eingebetteten Bungalow zurück um sich frisch zu machen. Für mich blieb sogar noch Zeit meine gemachten Bilder auf einer separaten Festplatte zu sichern. Obwohl ich bestens mit Speicherkarten ausgestattet war, löschte ich selbstverständlich nach der Sicherung keine meiner Karten. Was kann sinnvoller sein, als noch eine zweite Sicherung von den gemachten Bildern in Petto zu haben. Parallel dazu lud ich meine Akkus auf.

Dazu nutze ich einen meiner Reiseadapter. Denn in In Namibia werden die Steckdosen Typ D und M verwendet. Daran schloss ich meine aus Deutschland mitgebrachte Steckdosenleiste an. So konnte ich vieles gleichzeitig aufladen. Ich bin, was all das angeht, wirklich bestens organisiert und habe alles mögliche mit, um für das meiste gewappnet zu sein. Am Ende war es ganz sicher nicht verkehrt, denn ich konnte einiges in der Fotogruppe verleihen, was irgendwie dem einen oder anderen doch noch fehlte.

Als wir dann so nach und nach an unserem riesig langen Tisch Platz nahmen, war es eine Freude mal in Ruhe zu sitzen. Ganz ohne Kamera, den Tag Revue passieren lassen. Begeistert wurde sich ausgetauscht, vom Schwärmen ganz zu schweigen. Währen die Bestellung des Essens aufgegeben wurde, bestellten viele schon ihr zweites Getränk. Herrlich in lauer Nacht bei gedämpften Licht dort zu sitzen und zu spüren, wie besonders wohl sich alle fühlten. Ein Miteinander wie es schöner nicht sein konnte. Jetzt wo wir alles so schön zusammen saßen, bot sich an, dass unser unsere beiden Organisatoren, Stefan und Richard, das Wort ergriffen. Stefan erklärte den möglichen Ablauf für die heute noch stattfindende Astrofotografie. Wann und wo wir uns treffen wollten, wer mit ihm und wer mit Richard los zieht. Stefan Liebermann ist international prämierter Landschafts-, Nacht- und leidenschaftlicher Astro-Fotograf, ein Typ der besonderen Art, der sich mit Sternen, Weltall und ihren Galaxien bestens auskennt…..vom Einsatz der Technik ganz zu schweigen.

So ging es dann inmitten der Nacht los. Namibia ist dafür prädestiniert, neben allem was sich Tagsüber an Landschaften und Tierwelt fotografisch einfangen lässt, unbedingt, auch Nacht- und Astrofotografie zu betreiben. Es gibt nur wenige Ort auf der ganzen Welt, wo sich die Milchstraße so bedeutsam und klar sichten lässt, wie hier in Namibia. Fern ab von Lichtverschmutzung, reicht in unmittelbarer Nähe schon das Abstrahlen des Infrarotlichts einer Stirnlampe, um eine Aufnahme zu Nichte zu machen. Gerade wenn man nicht allein vor Ort ist, muss man schon sehr darauf Acht geben, dem Nächsten nicht seine schöne Langzeitbelichtung zu vergeigen.

Was auch noch zu erwähnen ist, Stefan hat sich wirklich Zeit für jeden einzelnen genommen und zeigte mir an meiner Kamera welche Einstellungen erforderlich sind. Dazu gehört der Neigungswinkel der Kamera genauso wie das manuellen Fokussieren eines Punktes und in welchen Abständen die Kamera auf der horizontalen Achse zu schwenken war, um eine gelungene Überschneidung der Bilder zu erzielen. Zwar hatte ich schon mal etwas an Erfahrungen mit der Astrofotografie vor einigen Jahren in Brasilien sammeln können, jedoch nicht so ausgiebig und intensiv wir hier. So entstand mein erstes Hochformat Panorama, bestehend aus 6 Aufnahmen. Begeisterung und Faszination pur.

Für mich war es ein Rausch, in die Weiten des Universums zu schauen und das Gefühl bestätigt bekommen zu haben, hier beginnt die Unendlichkeit. In solch einer Dimension und Klarheit habe ich das Universum mit seiner Milchstraße noch nicht erlebt. Ich war einfach glücklich das erleben zu dürfen.

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Vor den Toren des Sossusvlei und nicht weit vom Namib Naukluft Nationalpark lag unsere Unterkunft, eine großzügig angelegte Lodge, um am nächsten Tag Namibias Weltnaturerberegion mit den höchsten Dünen der Welt, und dem genauso berühmten Deadvlei, einer kleinen von Dünen umschlossenen Ton-Pfanne im Namib-Sandmeer zu besuchen.

Doch an diesem Abend stand erst einmal ankommen an. Denn wir waren ja bereits Stunden auf staubigen Straßen unterwegs. Nachdem unsere sieben Sachen im Bungalow waren, hieß es sich Frisch zu machen und zu späterer Zeit zum gemeinsamen Abendessen, in schönem Ambiente, draußen auf der Terrasse an einem riesigen Tisch zusammen zu kommen.

Die Sonne war bereits untergegangen und das Restlicht am Horizont hüllte die vor mir liegende Weite samt Bergformation in anmutige Abendstimmung. Es herrschte eine unglaubliche Stille, nur das zirpen der Grillen und die feinen Geräusche irgendwelcher Insekten nahm ich wahr. Balsam für die Seele.

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Nach unserem Abendessen hieß es dann etwas entspannen, denn für die Nacht hieß es wieder auf und los zu ziehen. Astrofotografie. Einige von uns schwärmten aus, andere, so wie auch ich, nutzten unsere Lodge samt Bungalows um sie mit der Milchstraße zusammen in Szene zu setzen. 

Am frühen morgen, gleich nach dem Frühstück ging es los. Von unserer Unterkunft aus lag das Death Vlei ungefähr 90 km, etwas mehr als eine Autostunde, entfernt. Die Temperaturen war zu beginn noch recht erträglich, was allerdings nicht so blieb. Denn eines war sicher, die Sonne würde am Vormittag schon loslegen und ohne Rücksicht ihre ganze Kraft einsetzen , erbarmungslos auf alles einwirken, was nicht im Schatten lag.

Bewusst hatte ich auf mein Basecap verzichtet. Noch vor Reisebeginn hatte ich vorsorglich einen luftigen, großzügigen Hut besorgt, der mir vor allem das Gesicht und den Nacken komplett abschirmte. Langärmliges Hemd, wie auch Sonnenbrille sind unverzichtbar. Festes Schuhwerk sollte bedacht werden, da das laufen im Sand dadurch wesentlich besser gelingt. Richard, unser erfahrener Guide, machte uns mehrfach auf die Gefahren aufmerksam, die eine solche Tour mitbringen würde. Vor allem Dehydration!! Der Körper trocknet regelrecht trocknet aus. Trinken, ist also ein Muss. Meine Trinkflasche mit 1 ½ Liter Wasser, schien im ersten Moment viel. Doch, ist man 4-5 Stunden dort unterwegs, wird einem schnell bewusst, was es bedeutet, nicht genug Wasser mitzuführen.

Also wir am Zugang zum Park ankamen, reihten wir uns in den Auto Convoy ein. Es sah so aus, als ob es gut besucht werden würde, was sich dann aber aufgrund dieser riesigen Region, aber absolut verlaufen würde. Auch wenn speziell das Sossusvlei rege besucht wird, wirkte es nicht überlaufen. Die Menschen kamen und gingen. Da es so gut wie keinen Schatten gab, besonders wenn es auf die Mittagszeit zugeht, würde man sich dort eh nicht allzu lange aufhatten. Nachdem wir den Eingang zum Park passiert hatten, fuhren wir nur noch durch Sand an vielen schon kleineren Dünen vorbei. Hier musste schon zügig gefahren werden, ohne Allrad keine Chance. Wer hier stecken bleibt, hat kaum keine Chance alleine wieder frei zu kommen. So gelangten wir zu einem großen Parkplatz, wo wir sogar nochmal austreten konnten um dann unseren Fußmarsch zum eigentlichen Ziel, das Death Vlei, wo auch die weltberühmte Düne „Big Daddy“ zu finden ist. Sie gilt als höchste Düne des Gebietes und eine der höchsten weltweit. Big Daddy soll eine Höhe von 325 m bis 380 m erreichen. Vorbei an dieser sich vor uns riesig auftürmenden Düne, sahen wir dann die von Dünen umgebene Salz-Ton-Pfanne, in der die ausgetrockneten und völlig abgestorbenen ca. 850 Jahre alten Kameldornbäume samt ihrer übriggeblieben Verästlungen, ihr Weltbekanntes Bild abgaben.

Faszination pur. Unglaublich surreal. Dazu das Licht, was zunehmend greller wurde. Die Schatten, die die Dünen und die verwitterten Bäume auf den Boden warfen, wurden zum Mittag hin immer kürzer. Wer hier ganz früh morgens oder spät abends zugegen ist, wird zweifelsohne die schönsten Lichtverhältnisse vorfinden. Dennoch, auch außerhalb dieser Zeiten, verzaubert das Sossusvlei mit seiner einzigartigen Formation und Farben, die sich ständig neu erfinden. Ein wirklich einzigartiges aber auch sehr anstrengendes Erlebnis. Dank entsprechender Vorbereitungen bestens gemeistert. Es wird uns allen unvergessen bleiben, im Kopf, wie auch auf dem Chip, bestens verewigt.

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Die Sonne warf ihr Licht unaufhaltsam auf die Wüstenlandschaft mit ihren Dünen, Gräsern samt ihrer verwitterten Bäume. Noch war der Schattenwurf lang und erzeugte so ein wunderschönes Licht- und Schattenspiel, dem ich mich einfach nicht entziehen konnte. Durch direkten Einfall von Lichtstrahlen auf die Kameralinse entsteht der Effekt Lens-Flare, was ich gerne mag und mich somit in keiner Weise davon abhielt, ganz nah an die Düne heranzutreten um dieses Bild entstehen zu lassen.

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Wir hatten das Glück einen in einem kleinen Helikopter einen Rundflug über dem Namib-Naukluft National Park machen zu können. Atemberaubend, die unglaubliche Schönheit des Nationalparks und das Geschehen übersichtiger aus luftiger Höhe zu betrachten.

Es war zu Anfangs doch ein etwas mulmiges Gefühl, auch wenn wir fest angeschnallt waren. Seitlich gab es nichts dergleichen an Befestigungen, dennoch, es war ideal, da man frei weg ohne durch Glas zu schauen, außer der Frontscheibe, fotografieren konnte.

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Die verlassene Stadt Kolmanskop, die sich im architektonischen Stil einer deutschen Stadt präsentiert, liegt etwa 10 km östlich der Hafenstadt Lüderitz im Tsau-Khaeb Nationalpark entfernt. Die Stadt wurde während des Diamantenrausches in der namibischen Wüste nach 1908 erbaut. Allerdings hielt die erfolgreiche Suche nach Diamanten nicht lange an. So verließen immer mehr Diamantenschürfer ab Beginn der 1920er Jahre langsam aber sicher die Stadt. Von1956 an war dann die Siedlung völlig unbewohnt und die Wüste übernahm alleinig die Verwaltung, vereinnahmte das was von ihr geblieben war.

Den Besucher erwartet eine kleine Zeitreise, ein Blick in die Vergangenheit. Ein Eldorado für Fotografen und für Liebhaber von Lost Places ein Muss.

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Atemberaubend, die unglaubliche Schönheit der ältesten Wüste der Welt aus luftiger Höhe zu betrachten. Unter uns breitete sich das magische Schauspiel der hügeligen, roten Dünen von Sossuvlei inmitten der von Winden geformten Landschaft, bis ins unendliche aus. Erst aus luftiger Perspektive war es möglich, all das zu erfassen, was diese Wüste an Magie, über dem, was es ohnehin schon vom Boden aus zu entdecken gab, noch innehatte. Ein regelrechtes Fest für die Sinne.

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Aus der Ferne erblickten wir diese riesigen Oryxantilopen, die vereinzelt oder in kleinen Gruppen durch die Wüste wandern, um nach Wasser und Nahrung zu suchen. Aus dem Helikopter heraus ergab sich dadurch natürlich eine einmalige Perspektive, die beeindruckte und unvergessen bleibt.

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Am nächsten Tag ging es weiter. Nach einer mehr als 8 stündigen Fahrt über größtenteils staubige Schotterstraßen, erreichten wir unser Ziel. Von Weitem imponierte die Spitzkoppe, die aufgrund ihrer markanten Form auch als das „Matterhorn Namibias“ bezeichnet und wohl zu den meistfotografierten Bergen des Landes gehört.

Uns erwartete eine traumhafte wie auch extrem dünn besiedelte Landschaft, die mit einzigartiger Schönheit und Stille die Stimmung beherschte. Da konnte es nicht besser sein, als die bevorstehende Nacht auch noch in einen Zelt zu schlafen. In einen großen Halbkreis angeordnet, reihten sich die einzelnen Zelte harmonisch in die karge und felsumgebende Landschaft ein. Jetzt hieß es sich einquatieren, frisch zu machen und sich rund um an das für den Abend vorbereitete Lagerfeuer einen bequemen Platz zu suchen. All das war bestens von Outdoor-Spezialisten organisiert, die speziell Übernachtungen dieser Art, mit Lagerfeuer, Abendessen, Getränken, Frühstück sowie Dusch- und Sanitäreinrichtungen, ermöglichten.

Wer wollte da überhaupt noch schlafen. Es war ein gelungener Abend. Alle waren tiefenentspannt und veweilten nach dem Essen weiter um das lodernde feuer herum, nahmen Drinks zu sich, plauderten. Für diese Nacht stand, wieder Astrofotografie an. Es bildeteten sich kleine Gruppen, die zu unterschiedlichen Zeiten planten, losziehen. Mein Entscheid war, nachdem ich mich irgendwann nach Mitternacht für 2 Stunden abgelegt hatte, erst morgens um 3:30 aufzustehen um dann mit anderen loszuziehen.

Um diese Zeit war die Milchstrasse schon recht weit über uns zu sehen, was mich jedoch nicht minder stimmte. Schließlich ging es mir hier um das ganzheitliche Erlebnis, was voll und ganz im Sinne meiner Leidenschaft zu Fotografien steht. Atembraubend war es, jetzt, noch in der Dunkelheit loszuziehen und sich einen schönen Standort zu suchen, um die unglaubliche Schönheit der Milchstrasse in ihrer Fastzination, mit Geist und Seele, aufzusaugen und schließlich mit der Kamera einzufangen.

Wir besuchten natürlich auch den Etosha-Nationalpark, ein 22.935 Quadratkilometer großer Nationalpark im Norden liegend. Es ist das bedeutendste Schutzgebiet des Landes. Übernachtet hatten wir in der Etosha Safari-Lodge, die innerhalb des Parks liegt. Hier ist unbedingt zu erwähnen, das man bis 19:00 in der Unterkunft sein muss, und erst ab 7:00 auch wieder die Unterkunft verlassen darf. Natürlich geht es vor allem darum, die Tiere in der Nachtzeit nicht zu stören, anderseits kann es sehr gefährlich werden, dann im Busch unterwegs zu sein. Wer dennoch außerhalb dieser Zeiten von den Rangern, die dort überall sehr aufmerksam unterwegs sind, erwischt wird, kann ernsthafte Probleme bekommen. Da versteht man keinen Spaß. Wildtiere sind unberechenbar. Ohnehin, es ist in keinster Weise erlaubt, sein Fahrzeug zu verlassen. Ausnahmen sind, die Camps und die gesicherten Rastplätze, an denen man teilweise auch Toiletten findet.

Für uns hier es am nächsten morgen früh aus den federn zu kommen, um 6:00 hatten sich alle zum Frühstück versammelt. Meine Fotoausrüstung hatte ich bereits am Vorabend Abfahrbereit zusammengestellt. So brachen wir pünktlich auf und waren gespannt, was der Tag mit sich bringen würde. Noch war es angenehm von den Temperaturen her, doch mit jeder Stunde die verging, sparte die immer mehr aufsteigende Sonne nicht mit ihren Kräften.

Es war uns bewusst, das die Tiere sich nicht unbedingt dort zeigen würden, wo wir sie gerne gesehen hätten. So hieß es nach allen Seiten hin, die Augen aufzuhalten. Aufmerksamkeit, dient vor allem auch der Sicherheit. Mit einer Die Durchschnittgeschwindigkeit von 20 – 25 km/h, die auf den schmaleren Wegen erlaubt ist, gab uns die Möglichkeit, Tiere im Dickicht des Buschs zu entdecken. Für Buschmänner alles keine Thema, Tiere zu entdecken, die wir erst nach merhmaligem Hinschauen entdeckten. Perfekt, immer wieder ihre Tarnung.

Dann war es endlich soweit. Unser Guide entdeckte dieses Spitzmalnashorn. Das Tier verweilte nur einen Augenblick so, wie ich ihn hier fotografieren konnte. Schon dreht er ab und zog gemütlich weiter ins Dickicht. Dennoch, was für ein aufregender Moment für uns alle. Faszinierend, solch ein Geschöpf an Tier in freier Wildbahn zu beobachten. Es schien als ob sich unsere Blicke, für einen Moment der Wachsamkeit, kreutzten.

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Sengende Mittagshitze bringt die Luft zum Flimmern. Die Trockenheit ist allgegenwärtig, denn es sind bereits Monate vergangen und bisher ist kaum Regen gefallen, um die Landschaft wieder zu Ergrünen, geschweige denn, die ohnehin weinigen Wasserstellen wieder mit „flüssigem Gold“ zu füllen. Für die hier lebenden Wildtiere bedeutet es, sich die Wasserstellen mit allen zu teilen. Elefanten, Nashörner, Löwen und Leoparden und vielleicht noch Giraffen, haben die größte Chance an diesen lebenswichtigen Oasen das begehrte Lebenselxier, mehr oder weniger, in Ruhe aufzunehmen. Zebras, Kudus oder Springböcke dagegen müssen ständig auf der Hut sein, um nicht von den überlegenen Raubkatzen gezielt ins Visier genommen zu werden.  Deutlich war zu spüren, wer hier das „Sagen“ hatte. Auch wenn die Löwinnen in weiterer Distanz umherstreiften, wurden sie von allen anderen Tieren keinen Moment aus den Augen gelassen. Zu groß die Gefahr, vielleicht doch angegriffen zu werden.

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Tagsüber entfliehen in der Regel die Tiere der größen Mittagshitze und sind im Schatten von Dickicht und Bäumen verschwunden oder mit Glück auch an einer den wenigen Wasserstellen anzutreffen. Dagegen entdeckt man in der Mittagszeit häufiger in den Bäumen sitzend, heimische Vögel aller Art, wie der wunderschöne bunt gefiederte Racke, der Südliche Gelbschnabeltoko un die Braunkronenracke.

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