Jürgen Ringmann

Photography

my travel book

/// Fotoreise Island

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Island. Nun wurde es endlich wahr. Meine Reise, die seit Corona zweimal verschoben wurde, konnte nun Mitte März stattfinden.

Unter Leitung eines professionellen Fotografen mit bedeutender Island Erfahrung sowie seines begleitenden Fotofreundes, der ebenso professionell engagiert ist, trafen fünf weitere Fotobegeisterte, inklusive mir, wie verabredet, am Flughafen Keflavik, ein. Dort angekommen, waren wohl alle sehr neugierig aufeinander, auch wenn wir uns vorab per Zoom-Meeting, uns schon etwas im Austausch über die bevorstehende 8-Tägige Reise kennengelernten konnten.

Die Wetterbedingungen beinhalteten alles, von Sonne, Regen, Schneefall und -Verwehungen, leichter Wind bis Orkanstärke. Klare und weite Sicht, bis hin zur Orientierungslosigkeit. Hier möchte ich nun meine Reiseeindrücke schildern, auch wenn die Reiseroute nicht ganz chronologisch erfolgt. Wir übernachteten unweit dieses Traumstrandes, dem Black Sand Beach Reynisfjara, den wir am 2. Tag nach unserer Ankunft, früh morgens zum Sonnenaufgang besuchten. Raus aus den Federn, was man so Federn nennen kann. Sicher, zu dritt und zu viert im Wagen, wirkt auf den ersten Blick beengt. Doch das sofortige und wohlwollende Gefühl, mit sehr angenehmen und herzlichen Menschen diese reise zu bestreiten, machte alles so besonders, dass ein Zusammenrücken auf engstem Raum, wahre Harmonie entstehen lies.

by jose christudas

Wegen der am Kirkjufell Viewpoint, im Norden der Halbinsel Snæfellsnes, zu erwartenden Nordlichter sind wir am Ankunftstag auf Island zuerst dorthin gefahren. Unser Daniel hatte seine Nordlichter App sprechen lassen und versiert ganz spontan eine Kursänderung vorgenommen. Geplant war zuerst die Südküste zu bereisen. Die Nordlichter die uns in der Nacht am Himmel erschienen, waren wahrhaftig ein Traum. Unendliches Glück bescherte uns das dem Wetter, überwältigend war der nächtliche Lichtertanz, ein Szenario an Farben, wie ich mir es hätte nicht erträumen können.

Wir parkten Abends unsere Camper am Kirkjufellsfoss Parking Lot, einige Kilometer vom Berg Kirkjufell entfernt. Es war die erste Nacht, die wir in unseren beiden Campern verbrachten. Geschlafen hatte ich bestens, wenn auch recht kurz. Die Anreise nach Island, wie wie auch den ersten Eindrücke über den Tag bis in die Nacht, als wir die Nordlichter bestaunten, verursachten dann irgendwann doch Müdigkeit. Doch als Frühaufsteher bin ich bestens erprobt, so das es mir leicht viel, früh morgens zügig aus den Federn zu kommen.

Das erste Frühstück tat gut. Eingekauft hatten wir am Ankunftstag. Genug um für 2-3 Tage keinerlei Nachschub zu benötigen. Unterwegs hatten wir letztlich immer die Möglichkeit irgendwo etwas zu bekommen. So ging es gleich nach dem Frühstück hinaus an die recht kalte Luft. Vorliegend in der Ferne erhob sich der wunderschönen Kirkjufell in seiner ganzen Pracht, umgeben von karger Landschaft samt malerischem Wasserfall Kirkjufellsfoss, der in zwei Stufen um insgesamt 16 Meter in die Tiefe stürzt. Eine Augenweide an Landschaft, die unser Fotografenherz höher schlagen lies, trotzdem das es sehr kalt, um Null Grad war, mit immer wieder stark auftretendem Wind. Vom begehen der Hanglage bis runter an das Ufer des Flusses waren wir alle mehr als vorsichtig, denn unsere Spikes langen noch gut verstaut im Camper. Gutes und stark festes Schuhwerk ist auf solchen Touren ein muss. Spikes sollte man immer im Rucksack mit dabei haben. Ab da hatte ich mich darauf eingestellt

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Es hatte in der Nacht geregnet und der Wind pfiff die ganze Nacht. Es war schon ein tolles Erlebnis, ein echtes Abenteuer was uns diese Reise bescheren sollte. Nachts lief natürlich die Heizung, und die Zudecken waren soweit recht gut. Frisch war es trotzdem (lach). Dank eines dünnen und leichten Flies-Schlafsacks, den ich mir im Vorfeld zu Hause, wie so manch anderes, noch besorgt hatte, war ich bestens eingehüllt und fühlte mich Pudelwohl. So hieß es aufstehen, etwas frisch machen, Frühstücken und ab in die Wetterfeste Kleidung, samt meiner speziellen Gummistiefel, die ich mir vor meiner Reise gezielt zugelegt hatte. 

Da wir auf einem nahen Campingplatz die Nacht gestanden hatten, war es nur ein kleiner Fußmarsch zum Strand. Der Morgen war frisch und ganz schön windig. Menschen waren so gut wie keine zu sehen. So erreichten wir den nassen schwarzen Strand. Die Sonne war schon dabei sich am Horizont empor zu heben um den Tag einzuläuten. Eine Wohltat für die Augen, für Geist und Seele. Zeit diese beeindruckende Kulisse mit der Kamera einzufangen.

by jose christudas

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Der Blick auf das offene Meer und das rauschen der Wellen brach durch die Ruhe, die die aufgehende Sonne mit sich brachte. Mit dem Aufstieg der Sonne, fingen die riesigen Felsformationen am Strand ihre Schatten in den schwarzen glitzernden Sand zu werfen. Ein eindrucksvolles Szenario an Schattenwurf lud förmlich ein, um fotografisch verewigt zu werden. Hier suchte ich meinen idealen Standpunkt, positionierte Stativ und Kamera so, dass ich dieses Bild machen konnte. Glücklich und zufrieden meine Komposition auf den Chip gebannt zu haben lies ich es mir nicht nehmen, auch immer wieder den Blick auf Meer und Umgebung zu richten, einfach um zu begreifen, was ich hier gerade erlebte. Dazu das Geschehen unserer Fototruppe zu beobachten, wie doch jeder einzelne ausschwärmte und seine Bilder machte. Das Licht aufsteigende Sonne wurde zunehmend härter und wir hatten unsere Zeit bestens genutzt, denn so langsam kamen auch Spaziergänger und Fotografen um hier ihre Zeit zu verbringen.

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Der Black Sand Beach Reynisfjara auf Island ist mit seinem schwarzen Sand und seiner felsigen Kulisse ein Ort, der mich eine wahre Zeitreise machen ließ. Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit.

Es schien als wäre die Zeit stehen geblieben und so genossen wir unsere Zeit umherzulaufen, uns umzuschauen und natürlich zu fotografieren. Die aufgehende Sonne brachte mit dem Licht ihre Farben ins Spiel und erweckte den Tag zum Leben. Das Rauschen der Wellen und der dazu kräftig und kalt wehende Wind durchbrach immer wieder die Stille und vermittelte einem die Isländische Rauheit.

Für uns alle war diese Zeit am Strand ein tolles Erlebnis, ein wahres Highlight. Allein schon die idealen Wetterbedingungen, ein echtes Geschenk.

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Es sind die unbeschreiblich schönen wie faszinierenden Nordlichter, die mir den Atem geraubt haben. Auch wenn ich so einiges hatte im Vorfeld  darüber gelesen und mir dazu viele Bilder angesehen habe, sie selbst mit eigenen Augen einmal in solch anmutiger und überwältigender Formation am Himmel zu sehen, hätte ich mir nicht träumen lassen.

Daniel, unser versierter Foto-Tourguide- und Islandfan, beobachtete immer wieder auf seiner Aurora App die Polarlicht-Vorhersage und Nordlichtwarnungen, ob und wie hoch die genaue Wahrscheinlichkeit ist, eine Aurora borealis zu sehen.

Nachdem unser Tag ohnehin schon mit dem morgentlichen Besuch am Schwarzen Strand Vik/Reynisfjara ein unvergessliches Highlight war, sollte dieser Tag bis in die späte Nacht andauern. Nach gemeinsamen Kochen und leckerem Essen saßen wir allesamt gut gestärkt, eng zusammengerückt und gemütlich in unserem Camper beisammen. Nun hieß es warten und einfach die Zeit mit lebendigen und euphorischen Austausch zu füllen. Daniel riss immer wieder zwischendurch die Schiebetür des Wagens auf, nahm seine Kamera und richtete sie gen den Himmel. Dann auf einmal, der Blick auf das Display sagt ihm, „Auf- und los geht´s“.

Schlagartig sprangen alle auf. Drei von uns liefen zu ihrem Camper und alle zogen sich gut gerüstet und warm an, schnappten sich ihr vorbereitetes Fotoequipment, und schon zogen wir in die Nähe des Ufers, unweit unseres Standorts. Stative wurden aufgestellt und Kameras justiert. Speziell für die Nordlichter hatte ich meine Nikon mit dem einem 14mm 1.8, mitgenommen. Da ich an meiner Fuji maximal umgerechnet (nur) 18mm KB bei f 4,0 nutzen kann. Hintergrund, der großzügige Weitwinkel des Sigma Objektivs, wie auch dadurch ISO und Belichtungszeit bestmöglich reduzieren zu können. Sie optimal zu fotografieren, ist kein leichtes Unterfangen ;-).

Nicht nur ich stand da, sprachlos und aufgeregt. Denn das was wir dort am Himmel erblickten, war mehr als es sich erträumen lässt. Tanzende Lichter am Nachthimmel. Meist grün gefärbt, können sie aber verschiedene Farben annehmen -von lila über rot, sogar pink, orange oder auch blau. Dazu herrlich, dass wir am Wasser waren, so das sich die Polarlichter schön darin spiegelten. Ein ist und bleibt ein Erlebnis für die Ewigkeit. Einige von uns hatten da schon auf früheren Reisen ihre Erfahrungen machen können. Auch für mich ist und bleibt es UNVERGESSLICH!!!

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Noch zwei Wochen vor unserer Reise nach Island im März, schneite es hier ohne Ende, sogar so, dass die Straßen über viele Tage nicht oder kaum passierbar waren. Es gab Bilder von immensen Schneeverwehungen und Autos, die so eingeschneit waren, dass am Ende gar nichts mehr ging.

Was hatten wir doch für ein Glück auf unserer Reise. Die Temperaturen lagen Tagsüber um einige Grad im Plusbereich, Nachts ging es schon mal auf -5 / -7 Grad herunter. Dazu wechseltet das Wetter ständig, von Sonnenschein, Regen, Schnee und ganz viel und vor allem auch sehr heftiger Wind, der auch ab und zu in Orkanstärke auftrat. Ganz wie es auf Island üblich ist.

Hier befanden wir uns nahe Jökulsárlón, dem tiefsten See Islands, am Diamond Beach. Unser Foto- und Tourguide Daniel stimmte uns schon am Vorabend beim gemütlichen Abendessen herzhaft auf den Strand ein. Ob wir mit dem Wetter auch so viel Glück haben würden, wie bereits an anderen Spots erlebt, blieb offen. Es hieß abwarten und freuen, freuen auf das was kommen mag. Unsere positive Einstellung allem gegenüber, lies sich durch nichts trüben. Da wir dort hier auch vor Ort übernachtet hatten, blieb ein weiter Weg zum Strand aus.

Daniel erläuterte uns von den besonderen Eigenschaften die der Strand innehat. Er sieht nie gleich aus, denn durch die angeschwemmten Eisskulpturen, die sich durch Wasser und Witterung ständig verändern und schmelzen, bekommt das ganze Szenario eine ständig wechselnde Impression. Wobei die Lichtstimmung ihren größten Anteil dazu beiträgt. Für uns wieder etwas ganz besonders. So nutzen wir das Zeit des Sonnenaufgangs um unsere Eindrücke zu verewigen. Schnell war dann die Sonne aufgegangen und das Licht ließ die Farben verblassen. Zeit um zurück zum Camper zu gehen, um unser Frühstück, dass wir morgens ausgelassen hatten, nachzuholen. Was für ein Timing, ganz plötzlich, aus heiterem Himmel, fing an zu Regnen.

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Jökulsárlón ist die berühmteste Gletscherlagune in Island. Dort hatten wir auf einem kleinen Parkplatz unsere Camper abgestellt, um hier am frühen Abend ein paar Bilder zu machen. Mit viel Glück könnte es klappen, das wir Nordlichter zu Gesicht bekommen. Doch bis in die Nacht würde es noch dauern.

Zeit uns am frühen Abend an das Ufer des etwas nur 500m langen Flusses zu begeben, dass nur einige Gehminuten vom Auto entfernt liegt. Es ist der Abfluss aus dem Gletschersee Jökulsárlón. Die Jökulsá á Breiðamerkursandi wird von der Ringstraße auf einer 108 m langen Brücke überquert. Entlang des Ufers ließ es sich bis runter an einen Strandabschnitt laufen, an dem wir einige Bilder machen wollten. Dort angekommen stellten wir jedoch fest, dass das gegenüberliegende Ufer weitaus idealer zum Fotografieren gewesen wäre. Um jedoch auf die andere Seite zu kommen, hätte es einen ganz schönen Weg gebraucht, der uns bestimmt eine knappe Stunde gekostet hätte. So entschieden wir, zurück zum Camper zu laufen, und uns das Abendessen zu machen, bevor es in die Nacht geht. Die Sonne war mittlerweile auch untergegangen.

Dann entfaltete sich allerdings eine solche Lichtstimmung, die mich so begeisterte, wie die Brücke, die ich schon die ganze Zeit im Blick hatte. Denn Architektur zu fotografieren hatte ich in diesem Sinne auf Island nicht wirklich auf dem Schirm. Mit dieser Brücke allerdings, sollte sich nun zumindest ein Architektur Motiv ergeben. Jetzt war der richtige Zeitpunkt dafür. Das Licht schien mir perfekt und meine Euphorie kannte wieder mal keine Grenzen. Ich musste einfach jetzt diese Chance nutzen. Kurzum bat ich meine Fotofreunde einen Moment auf mich zu warten, um nur noch dieses eine Bild zu machen. So stellte ich Stativ mein auf, packte Kamera und Filter aus, richtete alles ein, und belichtete. Das erste Bild war mir allerdings noch etwas zu dunkel. Das zweite Bild war es dann, ganz nach meinem Geschmack. Ich war überglücklich, auch ein stimmungsvolles Architekturmotiv von dieser Reise mitgebracht zu haben.

 
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Wer einmal eine Islandreise gemacht hat, wird sicher versucht haben auch eine der unglaublich sehenswerten und traumhaft schönen Eishöhlen zu besichtigen. Meine diesjährige Reise im März bescherte mir dieses blaue Wunder der Natur als unsere Fototruppe die Eislagune Fjallsárlón besuchte.

Die Nacht war heftig windig, und so war ich schon durch die hin und her Schaukelei unseres Campers recht früh wach, oder vielleicht war es auch die Aufregung, sich früh morgens zur Besichtigung der Gletscherhöhle Fjallsárlón aufzumachen. Jökulsárlón ist eine Gletscherlagune, die an den Nationalpark Vatnajökull im Südosten Islands angrenzt. Ihr ruhiges, blaues Wasser ist mit Eisbergen aus der umliegenden Breiðamerkurjökull-Gletscherzunge durchzogen, die Teil des größeren Vatnajökull-Gletschers ist ( Vielen Dank an Wikiopedia ).

Zuvor gab es natürlich Frühstück, an diesem Morgen etwas schneller als sonst, da wir vor unserem Tourguide Stefan, ein Schweizer Landsmann, der seit vielen Jahren auf Island lebt und Eishöhlen- und Gletschertouren organisiert und leitet, und wie konnte es anders sein, ein engagierter und professioneller Fotograf ist.

Stefan holte und mit einem Wahnsinnsgefährt ab. Ellenlang, locker für 10 Personen Platz, mit riesigen Reifen, die für dieses unwegsame und steinige Gelände, welches wir eine knappe halbe Stunde durchfuhren, erforderlich war. Je nach Situation und Erschwernis des Geländes wurde der Wagen mittels Luft und Hydraulik entsprechend vor eingestellt. Irgendwann hielten wir inmitten dieser unwegsamen wie unwirklichen Geländeformation an, von dort aus ging es per Fußmarsch und schon gleich mit Sicherheitshelm auf, noch ein gute halbe Stunde zur begehrten Eishöhlen.

Dabei wurde uns vieles über Island, diese bizarre Landschaft und natürlich über den vorliegenden Gletscher, die Eishöhle und die Auswirkungen des Klimawandels erzählt. Spannend wie bedrückend, denn an den Felswänden die parallel zu unserem Weg verliefen, wurde das Ausmaß des Klimawandels deutlich. Erschreckend wie sich das Eis zurückbildet. Die Klimaerwärmung kennt keine Gnade. „Lasst euch Zeit beim Fotografieren“, sagt „Nichts wird hier so bleiben.“

Von weitem blickten wir auf den erhabenen Gletscher Vatnajökull, der gewaltigste Gletscher Europas. Er erstreckt sich über eine Fläche dreimal so groß wie Vorarlberg. Bis zu 950 Meter dick ist seine Eisdecke, und er hat 50 „Finger“ (Ausläufer). Imposant und ohne Worte, nur stauen und staunen konnte ich. Ich war so glücklich das erleben zu dürfen. Je näher wir kamen, desto mehr erblickten wir den Eingang der Eishöhle. Wobei auch dieser sich schon sehr verändert hatte, seitdem unser Fotoguide Daniel das letzte mal hier war. Es ist noch gar nicht so lange her, erst im letzten Jahr hat Daniel hier seine Frau geheiratet. Ganz in Weiß und aller schönst fotografiert von seinem Fotofreund Fabian. Unglaubliche Bilder hat er uns davon gezeigt.

Vor dem Eintreten gab es noch eine Unterweisung was Sicherheit und Verhalten anging. Beim Eintreten glaubte ich nicht was ich da sah. Eine Lichtdurchflutete Eisdecke, in aller schönstem Blau, blitzeblank ausgewaschen. Es war eine wahnsinnige Stille um uns herum, und vor allem sollten wir genug Zeit haben uns hier umzusehen und natürlich auch unsere Bilder zu machen. Es war ein echtes Abenteuer. So liefen wir in der Höhle hin und her, gingen sogar etwas tiefer hinein, was allerdings nur mit Spikes, die wir uns unter unser festes Schuhwerk schnallten. Wer hier ausrutscht, kann mehr als gefährlich ausrutschen. Das kann weh tun, richtig weh tun.

Wir verbrachten gute drei Stunden in der Höhle, und hatten alle unsere Freude, weil wir uns natürlich auch hier und da in Szene setzten ließen. Jeder wollte doch auch mal selbst mit ins Bild. Für dieses Bild posierte unser Guide Stefan. Vielen Dank an Stefan, für diese überwältigende Eishöhlentour !!!

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Der Tag startete für uns trocken, bewölkt und leicht windig, als uns unser Tourguide mit einen speziellem, für die Wegstrecke bestens geeignetem Gefährt abholte und uns nah möglich an die Gletscherhöhle brachte. Da es Nachts gut runterkühlte sprach nichts dagegen, sich recht gut einzupacken. Auch wenn wir einige Stunden in der Eislagune Fjallsárlón gut geschützt verbringen würden, ist uns Fotografen bewusst, wir verweilen oft lange Zeit an einer Stelle und viel Bewegung bleibt da meist auf der Strecke.

Glücklich und zufrieden. Das stand uns wohl allen nach dem Besuch in der blauen Eislagune, im Gesicht. Ein Erlebnis das Seinesgleichen sucht und ganz sicher für uns alle unvergesslich bleiben wird. Von dort aus wurden wir wieder zurück zu unseren Campern gebracht. Zeit für ein kräftiges Frühstück mit heißem Kaffee und Tee. Mittlerweile hatte das Wetter auch umgeschlagen. Es zog sich mehr und mehr zu und sah ganz so aus, als würde es länger anhalten.

Bevor wir von dort aufbrachen, konnten wir dann allerdings doch nicht widerstehen, zum Abschied den Vatnajökull-Gletscher, der uns quasi so schön vor Füßen lag, in dieser bemerkenswerten Lichtstimmung zu verewigen. So plötzlich wie das Licht über den Gletscher hereinbrach, war es dann auch schon wieder verschwunden. Das Licht ging, das Bild blieb, im Kopf und auf dem Chip.

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Schon unsere Eishöhlenbegehung am frühen Morgen war der reinste Zauber, nie hatte ich vergleichbares gesehen. Ein solch überwältigenden Eindruck den die blaue Lagune in mir entfachte, hatte ich weder erwartet, noch hätte ich mir das so vorstellen können.

Nach unserem Fußmarsch zurück zum Wagen, brachte uns Stefan, der uns für die Höhlenbesichtigung begleitete, zurück zu unseren Campern. Nach ausgiebigem Frühstück brachen wir auf zum 200 Km weiter entfernen Dyrhólaey Lighthouse, ein Leuchtturm der an der zentralen Südküste Islands liegt. Unterwegs beeindruckte die ständig wechselnde Landschaft, die jetzt im Winter ohnehin noch viel karger wirkt. Dennoch, unglaublich reizvoll, gerade weil sie oft so bizarr und für mich fremd war. Je länger ich aus dem Fenster schaute, desto beeindruckter war ich. Ein Land, das ich nochmal bereisen möchte. Unbedingt!!

Dann plötzlich, erblickten wir inmitten der traumhaften Landschaft, einen Wasserfall, der sich in ein große Flussbett ergoss. Da mussten wir einfach einen Stopp einlegen. Kurzerhand griff Daniel zum Funkgerät und lies Fabian wissen, was wir vorhatten. Gesagt, getan. Schon hielten wir an eine nahen Haltebucht, packten uns warm ein, nahmen Kamera und was sonst noch jeder benötigte, und liefen an den Rand des Reissenden Flusses. Was für ein Szenario inmitten dieser wunderschönen Natur, umgeben von rauen Felsen bei blauen Himmel und kaltem Wind. Nach einigen Versuchen hatte ich dann meinen idealen Standort gefunden, befestigte die Kamera auf dem Stativ und versuchte mich an unterschiedlichen Belichtungszeiten, um die stürzenden Wassermengen noch so zu erhalten, dass sie nicht in einen rein weißen Schweif ohne jegliche Struktur endeten. Da es noch sehr hell draußen war, entschied ich mich zusätzlich einen Graufilter einzusetzen. Um das Licht zu polarisieren nahm ich zudem einen Polfilter zur Unterstützung, der die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche entfernt. Es war wieder ein aufregendes und sehr schönes Erlebnis, einfach so, am Wegesrand.

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Nun waren es noch zwei Tage, bis unsere Islandreise zu Ende gehen sollte. Doch noch war Zeit, um auch an diesen Tag Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Bei heftigen Wind und Schneetreiben hatten wir den Kvernufoss Wasserfall, der im Süden von Island liegt, und gut 40m in die Tiefe stürzt,  besucht. 

Der Weg dorthin war schon nicht ohne. Ein Zaun musste überstiegen werden, was allerdings recht einfach war, da eine Art Leiter darüber führte.  Schneetreiben blies einem die ganze Zeit unentwegt ins Gesicht. Als wir in kurz vor dem Wasserfall waren, bemerkten wir, dass es ohne Spikes gar nicht möglich war, den schmalen Weg, der am Wasserfall vorbeiführte, zu begehen. Heftiger Wind brachte uns eine schöne Dusche, und wehte das in die Tiefe stürzende Wasser genau in unsere Richtung, direkt auf uns zu. Klatschnass und unermüdlich liefen wir bis hinter den Wasserfall einen kleinen Hang hinauf. Es war sehr schmal dort zu stehen. So konnten wir nur zu viert mit unseren Stativen in die Hocke begeben. Nasskalt und schnell durchgefroren waren wir. Die Kleidung und Stative eingeeist, Handschuhe nass und gefroren. Trotzdem hockten wir uns unter diesen Bedingungen dorthin, um wenigstens ein paar Bilder zu machen. Uns war anzumerken, dass das keine längere Fotosession werden würde. So war es dann auch. Durchgefroren und durchnässt, ging es dann den halbstündigen Fußmarsch wieder zurück zu unseren Campern. Raus aus den Klamotten und schnell einem heißen Tee, dass brauchten wir jetzt alle.

Glücklich waren wir, endlich wieder im Warmen und Trocknen zu sein. Um sich jedoch mal richtig durchzuwärmen zu lassen vereinbarten wir einstimmig am Nachmittag das Fontana Bad Laugarvat, ein stilvolles, am See gelegenes Spa mit natürlichen Dampfbädern, Mineralbädern im Freien und einer Sauna, zu besuchen. Traumhaft. Der Abend ging mit gemütlichen Beisammensein, Kochen und einem leckerem Essen zu Ende

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Der letzte Tag unserer Reise war angebrochen. Nach stürmischen und heftigsten Schneeverwehungen in der Nacht, beruhigte sich das Wetter früh morgens und sogar der Himmel klarte wieder auf. Dennoch, in der Nacht war ganz schön runter gekühlt. Die Temperaturen lagen zwar nur leicht unter Null, gefühlt durch den immer eisigen Wind, schien es um einiges Kälter zu sein. Nach dem Frühstück war geplant den imposanten und traumhaft gelegenen Gullfoss-Wasserfall, die wohl schönste und die bekannteste Sehenswürdigkeit in Island, der direkt am berühmten Goldenen Kreis liegt, zu besuchen. Unsere Anfahrt dorthin dauerte nicht lange, da wir nur ca. 40 Km von dort entfernt, auf einem kleinen Camperplatz gestanden und übernachtet hatten. Die Luft lag immer noch voller Schnee und die Wettervorhersage versprach das es sich weiter zuziehen würde, sogar mit heftigstem Schneefall zu rechnen sein würde. Als wir dort ankamen, suchten wir uns gleich einen geeigneten Standort. Unser Fotoguide und Islandexperte Daniel, wusste schon genau, es würde Sinn machen, die Camper so zu parken, dass wir bei starkem Schneefall schon in Fahrtrichtung und frei von anderen Fahrzeugen, gesichert abseits standen.

Gesagt, getan. Gut eingepackt und los ging es zum Gulfoss Wasserfall, ca. 15 Gehminuten entfernt. Es war Menschenleer und somit konnten wir uns auf der angerenzenten Aussichtsplattform mit unseren Stativen und Kameras ausbreiten. Was für ein spektakulärer Blick. Tosend rannte das Wasser, am teilweise eingefrorenen breiten Überhang in die Tiefe. Der Blick in die weiter verschneite Landschaft bot uns eine traumhafte Kulisse, in dem sich die ganze Schönheit des Flusses Hvítá mit seinen beeindruckende Wasserfall einbettete. Nach einiger Zeit verschwand dann auch nach und nach das Licht. Die noch eingangs bläulich getränkten Wolken, verloren immer mehr an Farbe, es sah nach Schnee aus. Eine Menge an Schnee. Somit nutzen wir noch die Zeit, uns den Wasserfall noch von einer anderen Perspektive anzuschauen, ca. 300m entfernt. Dort machten wir noch einige Bilder, doch dann ganz plötzlich fing es an zu schneien. Die anderen gingen schon zurück in Richtung Parkplatz. Ich blieb vielleicht noch keine 10 Minuten, die allerdings dazu führten, dass ich ich einen Schneesturm geriet, und kaum noch die Hand vor Augen sah. Die Seile, die rechts und links über den ganzen Weg hin als Sicht- und Halteleine gespannt waren, halfen mir, die Orientierung nicht zu verlieren. Auch wenn ich keine 20 Minuten von unseren Campern entfernt war, war mir doch in diesen Minuten bange. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Mir kamen sogar noch eine Handvoll Menschen entgegen, die mich fragten, ob man den Wasserfall sehen könnte. Ich war innerlich Sprachlos, was wollte man dort jetzt sehen, geschweige denn riskieren.

Am Parkplatz angekommen, traf ich noch zwei Leute von uns. Zusammen bemühten wir uns den Weg einzuhalten und die Sicht aufgrund der extremen Schneeverwehungen nicht zu verlieren. Irgendwo musste unsere Wagen sein. Da waren sie. Ab in die Camper und auftauen. Was für ein Erlebnis, unglaublich. Jetzt hieß es keine Zeit zu verlieren. Denn der starke Schneeeinbruch bedeutete, dass wohlmöglich unser Straße wegen des Wetters gesperrt sein könnte. So war es auch. Wir mussten mit einer Umfahrung von über 130 KM eine andere Route Richtung Reykjavik nehmen, wo zwei von uns noch einige Tage verbringen wollten, und wir anderen unseren Rückflug von Keflavík antreten würden. Am Ende hat alles gut und sicher geklappt. Viel Luft wäre nicht mehr geblieben, so hatte sich alles eingeschneit. Wir hätten es einige Stunden später nicht mehr geschafft dort wegzukommen. Auch unsere Ausweichroute wurde gesperrt. Am Ende, war es ein kleines Zeitfenster vor dem whiteout!!

Mit Island hat sich für mich ein Traum erfüllt. Erlebnisreich  durch und durch. Sehenswürdigkeiten die meine Vorstellungskraft überstieg. Besonders, dass muss ich an dieser Stelle loswerden, war die außergewöhnliche Konstellation an Fotofreunden, die sich so harmonisch, angenehm und lebhaft aufeinander eingestellt hat. Besser ging es nicht. Ich bin Dankbar, dass ich diese Reise machen durfte.