Jürgen Ringmann

Photography

my travel book

/// Fotoreise Berlin 

Endlich wieder einmal in Berlin. Es war nach wirklich langer ein großartiges Gefühl in der Hauptstadt zu verweilen. Da ich früher für Jahre in Berlin wohnte, ist hier ein jeder Besuch für mich mit einem nach Hause kommen verbunden.Ein ganz Woche blieb mir, um mir einiges an fotografische Zielen, die ich mir herausgesucht hatte, vorzunehmen. Das Wetter nahm ich wie es kam, von Temperaturen -10 bis + 12. Sonnig, strahlend blauer Himmel, bis trüb und gräulich wirkend. Alles in allem, genoss und schöpfte ich meine Zeit ich bis zum letzten Moment aus.

Hier befand ich mich an der 1894 erbauten Oberbaumbrücke an der Spree, die die Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain verbindet. Vielen ist das Wahrzeichen Friedrichsheim-Kreuzberg wohl auch deshalb bekannt, weil diese Region etliches an Partymeile zu bieten hat.Wer also in Berlin ist, sollte einfach mal bis U Schlesisches Tor fahren. Berlin, immer eine Reise wert.

                                                                              

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Eines meiner Tagesziele war die Insel der Jugend, zwischen Treptower Park und Forst Plänterwald gelegen, zu besuchen. Gespannt war ich natürlich sehr, was mich dort abseits touristischer Pfade, raus aus dem Trubel der City, erwarten würde.

Dort angekommen, sah ich sie, den Blickfang für mein Bild, die Abteibrücke, die als älteste Stahlverbundsbrücke Deutschlands der einzige Zugang zur Insel ist. Bevor ich jedoch hinüberging, suchte ich mir meinen Standort zum Fotografieren. Rechts und links bot es sich an, Aufnahmen zu machen. Die Brücke von rechts aus ins Bild laufen zu lassen, schien mir allerdings passender, da sich dadurch der Blick mehr nur auf die Insel konzentrierte.

Zu guter Letzt, lies es mir nicht nehmen, die Brücke zu überqueren, um die inmitten der Spree gelegene Insel zu erkunden. Ein herrliches Fleckchen Erde, was auch als Experimentierstätte für alle Formen der Kunst genutzt wird. Zahlreiche Kulturangebote, unter anderem sogar auch Live-Musik, finden dort für Jung und alt immer wieder statt.

Bewusst habe ich mich entschieden, dass Bild in Schwarz Weiß zu präsentieren. Für mich eine schöne Reduktion auf das Wesentliche. Es spiegelt hoffentlich die Ruhe die ich dort um mich herum empfunden habe, wieder.

                                                                              

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Natürlich war ich wie immer, auf das gespannt, was mich erwarten würde. So ging es für mich recht früh morgens bei recht beständigem Wetter, obwohl Regen in der Luft lag, gleich nach dem Frühstück los.

Zuerst steuerte ich die „Insel der Jugend“ im Treptower Park an, von dort aus zur „Oberbaumbrücke“ in Friedrichshain / Kreuzberg und abschließend, noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang, zur mir ebenfalls unbekannten „Tegeler Hafenbrücke“ im Ortsteil Tegel. Erbaut wurde die Fachwerkkbogenbrücke1908. Die Fußgangerbrücke überspannt mit 91 Metern Länge, die Einfahrt des Tegler Hafens und die Mündung des Tegeler Fließes. Heute steht sie unter Denkmalschutz und ist häufig Kulisse für Dreharbeiten.

Übrigens, im Volksmund wird die Teglerbrücke auch „Sechserbrücke genannt. Das ruht daher, das man im Berlin des 19. Jahrhunderts für die Überquerung einiger wichtiger Brücken in der Stadt die Höhe eines halben Groschens, sprich einen Sechser, zahlen musste.

                                                                              

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Dieses Bild entstand kurz nach Sonnenuntergang am Tegeler See, im Berliner Ortsteil Tegel des Bezirks Reinickendorf. Nachdem ich mein Bild von der Tegeler Hafenbrücke, im Volksmund auch „Sechserbrücke“ genannt, auf den Chip gebannt hatte.

Alles hatte ich zusammen gepackt um meinen Rückweg anzutreten. Von meinem Standpunkt aus blickte ich direkt rüber zum See und schon kam mir der Gedanke, das restliche Licht zu erhaschen um doch noch diese Stimmung einzufangen, die sich da anbahnte. Die Sonne war bereits untergegangen, was ich sehr ansprechend fand. Zügig lief ich zurück über die Brücke an das Ufer des Sees. Mein Stativ war schnell aufgestellt. Nur noch Kamera und Filter anbringen und los ging es. Die Beiden Stege im Vorderbrund waren gerade zu prädestiniert, mein Bild mit zu gestalten. Wunderbar dazu, der Blick auf die kleine mittig im See liegende Insel “ Hasslewerder“. Herrlich, das sich zudem am Horizont passend stimmungsvolle Lichter von anliegenden Booten und Häusern abzeichneten.

Für mich ging wieder ein bemerkenswerter und vielseitiger Fototag hier am See zu Ende. Auf meinem Rückweg zur U-Bahn Station Alt-Tegel, kehrte ich noch Appetitvoll in ein indisches Restaurant ein. Klasse, es war ganz nach meinem Geschmack.

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Es begeistert mich immer wieder auf´s Neue, zwischen den Jahreszeiten die  unterschiedlichen Witterungen als spannendes Stilmittel mit einzubeziehen. Dieses Mal konnte ich mir ausreichend Zeit lassen, um für mich Standorte und Sichten rund um das Reichstagsufer herauszupicken.

Mein hiesiger Standpunkt, die Bibliothek des Deutschen Bundestages. Von dort aus, weil auch so schön erhöht, bietet sich ein toller Blick auf das Reichstagsgebäude, die Spree samt Promenade. Rechts führt der Blick vorbei am Paul-Löbe-Haus, in der Ferne lässt sich noch das Dach vom “ Haus der Kulturen der Welt“ erkennen. Links neben dem Reichstagsgebäude, angrenzend an den Friedrich-Ebert-Platz, findet sich knapp ersichtlich, das Reichstagspräsidentenpalais. Hier präsentieren sich historische wie moderne Architektur stilvoll beieinander.

Rechtsseitig zeigt sich das Marie-Elisabeth-Lueders-Haus, als dritter Parlamentsneubau an der Spree, linksseitig das Paul-Löbe-Haus, entworfen von dem Architekten Stephan Braunfels.

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Zeit war im Überfluss vorhanden. Eine ganze Woche blieb mir zwischen Weihnachten und Neujahr, um auch an diesem Tag in aller Seelenruhe das Reichstagsufer in Berlin für geeignete Motivsuche auf und ab zu laufen. Auch wenn ich das schon einige Male abgelichtet habe, Witterungs- und Lichtbedingungen, wie auch wechselnde Standorte, stellen für mich immer wieder einen neuen Reiz, die diese markante Architektur samt Spree in Szene zu setzten.

Rechtsseitig zeigt sich das Marie-Elisabeth-Lueders-Haus, als dritter Parlamentsneubau an der Spree, linksseitig das Paul-Löbe-Haus, entworfen von dem Architekten Stephan Braunfels.

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Mein hiesiger Blick führt von der Marschallbrücke entlang der Spree. Historisch, geschichtliche und moderne Sehenswürdigkeiten finden sich überall in der Stadt. So auch an dieser Uferpromenade. Hier lässt es sich wunderbar, entlang Richtung Reichstag schlendern, und auch Joggen, wer mag. Rechtsseitig, mit direkten Blick auf das entfernte Paul-Löbe-Haus, läuft man von der Brücke aus erst einmal an der Bibliothek des Deutschen Bundestages vorbei.

Für mich ging eine Erlebnisreiche und tolle Woche mit schönen Erlebnissen und Eindrücken zu Ende. Besonders erfreue ich mich natürlich auch an meinen mitgebrachten Bildern, die mich an diese Reise nachhaltig zurückerinnern werden.

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Eines meiner Fotoziele war unter anderem das neobarocke Bode Museum im Ortsteil Mitte gelegen, welches zum Bauensemble der Museumsinsel gehört, und Weltkulturerbe der UNESCO ist. 

Der Standort war gefunden. Nachdem Stativ und Kamera ausgerichtet waren, brauchte ich nur noch auf den Moment der blauen Stunde und das einsetzten der Beleuchtung, die das Museum erhellte, warten. Ist alles entsprechend vorbereitet, genieße ich die Zeit vor Ort, mich detailliert umzuschauen. Herrlich wie sich das Tageslicht immer mehr verabschiedet und die zunehmende Dunkelheit zunimmt. Die Blaue Stunde setzte bereits ein, die Beleuchtung des Museums lies noch auf sich warten. Ein spannender Moment der sich da einstellt. Dann ist es soweit, die Beleuchtung setzt ein. Nun entscheidet sich der Moment, wann die Kamera ausgelöst ist. Ein Probefoto gibt mir Aufschluss, ob es passt oder ich einfach noch ein wenig warten sollte. Am Ende habe ich sieben Aufnahmen gemacht, einige davon in monochromer Ablichtung.

Wieder ging ein fotografisch gefüllter Tag mit schöner Eindrücken und Erlebnissen zu Ende. Nun war es Zeit, die Kamera einzupacken, später Freunde zu treffen und den Abend entsprechend ausklingen zu lassen, bevor es am nächsten Tag wieder auf ein neues losging.

Gerade wenn viel Zeit vorhanden ist, lässt sich in aller Seelenruhe nach einem geeigneten Standort Ausschau zu halten. Ist der gefunden, stellt sich die Frage nach dem Bildaufbau, was ich immer ganz spannend finde. Eine schöne Herausforderung, die auch durch die Wahl der Brennweite und des Formats gefordert wird. 

Wieder stand das Bode Museum als zentrales Objekt im Fokus, jedoch zusätzlich mit einbezogen, die Monbijourbrücke im Vordergrund. Die Uferzone samt Geländer als Eckläufer und den kahlen, blattlosen Baum als weiteres Gestaltungselement. Rechts aus dem Bild laufend die angrenzende Architektur. Links, den Weg ins Bild laufend, lässt sich noch etwas vom Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz erkennen.

Durch den Einsatz von ND-Filtern (1,8 + 3.0) erreichte ich meine gewünschte Langzeitbelichtung um die Wasseroberfläche der Spree entsprechend Strukturlos zu machen. Ein zusätzlicher Pol-Filter, reduzierte mir vorhandene Spiegelungen. Bewusst habe ich mir hier für ein monochromes Bild entschieden, um diese historische Architektur, passend zur Jahreszeit, zu betonen.

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An einem weiteren Tag fuhr ich nochmals zur Oberbaumbrücke. Tage  Zuvor war durch die tieferen Temperaturen die Spree ja größtenteils zugefroren. An diesen Tag jedoch, herrschten milde 11 Grad, trüb wirkte der Himmel,. Es sah eher nach leichtem Regen aus. Dafür war es absolut Windstill, prädestiniert für eine traumhafte Spiegelung.

Immer wieder faszinierend, der fantastischen Blick, den man von jeder Seite rund um die Brücke aus auf die Stadt und den Fluss hat. Gerade zu Fuß lohnt es, das ganze Areal zu erkunden. Wer hier unterwegs ist, sollte sich einiges an Zeit nehmen. Zu vieles was es an reizvollem zu entdecken gibt.

Die Oberbaumbrücke gilt als Wahrzeichen des Szenebezirks Friedrichshain-Kreuzberg und begeistert mit ihrer historischen und monumentalen Präsenz. Von meinem Standpunkt aus bietet sich ein schöner Blick, der die Brücke vorzüglich in Szene setzt. Anreihend dazu finden sich dem Ufer links entlang laufend eine Parade an alten und teils neueren Gebäuden, die sich in ihrer abwechslungsreichen Architektur wahrlich ansprechend und harmonisch dem Gesamtbild fügen.

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Jeweils am Vorabend plante ich meine Fototour für den nächsten Tag. Die Motive, die zur engeren Wahl standen, brauchte ich nur noch in der City-Map zu Orten, um sie der Reihe nach zu besuchen. Parallel dazu, suchte ich mir die Verbindungen von U- und S-Bahn und Bus heraus. Für jenen Tag waren meine angedachten Fotoziele, die Oberbaumbrücke und die Minna-Todenbrücke, eine 1246,70m lange Stahlverbundbrücke im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, die oberhalb des Britzer Verbindungskanals über die Spree führt.

Gleich nach dem Frühstück brach ich auf und fuhr mit der U-Bahn zur Warschauer Straße, wo mein Bild „Oberbaumbrücke, ein Wahrzeichen Berlins“ entstand. Anschließend nahm ich direkt von dort aus die S-Bahn und abschließend nochmal den Bus, um an mein weiteres Fotoziel, die Minna-Todenhageb-Brücke  zu gelangen. Der Himmel zog sich bereits weiter zu, Nebel lag in der Luft und es wirkte immer diesiger. Zwischendurch fing es leicht an zu tröpfeln, hörte dann aber auch schnell wieder auf. Für mich ein Zeichen, mich doch etwas zu sputen. Wer wusste, was sich da vielleicht anbahnte. An meinem Fotospot angekommen, lief ich unter die Brücke und baute sogleich Stativ und Kamera auf. Um die Wasseroberfläche der Spree glatt zu bekommen, als schöner Kontrast zur rauen Stahlkonstruktion der Brücke, setzte ich zusätzlich ND-Filter ein. Für eine derartige lange Belichtungszeit, waren zwei ND Filter (1,8 + 3,0) erforderlich.

Zuerst hatte ich im Querformat mit 23mm (MF) Brennweite abgelichtet, was mir schon sehr gut gefiel. Dann entschied ich mich noch für ein Bild im Hochformat. Um eine andere Bildwirkung und Ausschnitt zu erzielen, wählte ich eine 110mm (MF) Brennweite. So entstand dann dieses Bild. Alles in allem war es für mich wieder ein gelungener und spannender Tag, da er mich an sehenswertes Bekanntes wie Unbekanntes führte.

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Unterwegs auf der Spreeinsel in der Historischen Mitte Berlins, Ortsteil Mitte im gleichnamigen Bezirk. Der Blick führt direkt von meinem Standort am Schlossplatz unweigerlich auf den auf den 368 m hohen Berliner Fernsehturm zu, der 1969 eröffnet eröffnet wurde. Eine Aussichtsplattform befindet in 203 m Höhe, darüber ein sich drehendes Restaurant in 207 m.

Linksseitig erhascht man die barocke Südfassade des Berliner Schlosses. Träger ist die Stiftung Humboldt Forum. Das Gebäude wurde von 2012 bis 2020 an der Stelle des historischen Berliner Schlosses errichtet und weist an drei Außenseiten sowie in seinen Innenhöfen dessen rekonstruierte Fassaden auf. Mit Schausammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin, des Stadtmuseums Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin erweitert es das Angebot der Museumsinsel.

Gegenüberliegend auf der rechten Seite beginnt mit dem ersten Gebäude, die European School of Management and Technology Berlin, eine private, mit Universitäten gleichgestellte Wirtschaftshochschule mit Sitz in Berlin. Nachfolgend der Straße entlang laufend, findet sich die staatliche Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, die 1950 gegründet wurde und eine der führenden Musikhochschulen Europas ist. Weiter erreicht man die Rathausbrücke, wo auch die Rathausstraße beginnt. Nach einigen Gehminuten erreicht man das Rote Rathaus, Sitz der amtierenden regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey, der Senatskanzlei und Tagungsort des Senats von Berlin. Im Bild ist noch ein Teil des Turmes vom Roten Rathaus zu sehen. 

Morgens ging es zuerst zur Oberbaumbrücke, die die Ortsteile Kreuzberg und Friedrichshain verbindet. Von dort aus zur Minna-Todenhagen-Brücke in den Bezirk Treptow-Köpenick und  abschließend hier zu sehen, noch zum Berliner Hauptbahnhof, in den Bezirk Mitte, Ortsteil Moabit, um unter der Gustav-Heinemann-Brücke den fotografischen Blick auf den gegenüberliegenden Hauptbahnhof zu legen.

Gleich rechts vom HBF findet sich die Hugo-Preuss-Brücke, an der Einfahrt zum Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal. Sie verläuft nahtlos über, entlang der Spree, in das Kapelle Ufer. Ein idealer Blick, um von dieser Brücke aus den Verlauf der Promenade fotografisch ins Visier zu nehmen. Dazu gab es passend eine Portion „Fotografenglück“, die blaue Stunde war mir sicher.

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Ein wundervolle und impulsive Reise ging damit zu Ende. Nicht nur das ich meine Freunde dort nach langer Corona Abstinenz wiedersehen konnte, sondern auch, dass ich meine Zeit auch fotografisch bestens gestallten konnte, unabhängig vom Wetter. Die Freude endlich mal wieder zu Reisen, dabei an bekannte wie unbekannte Orte zu gelangen, um Sehenswertes mit der Kamera einzufangen, bleibt für mich ein unvergessenes Erlebnis.

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Im Regierungsviertel an der Spree, entlang des Reichstagsufers, finden sich wie überall in der Stadt, viele historische und moderne Gebäude, die nicht nur für Fotografen ein Blickfang sind.

Die Witterungs- und Lichtbedingungen an diesem Tage, waren alles andere als strahlender Sonnenschein. Auch unter solchen Bedingungen macht es mir genau so viel Freude mit der Kamera loszuziehen. Jedes Wetter hat ja auch irgendwie seinen eigenen Reiz und so entschied ich mich, das unverwechselbare Gebäude des Architekten Stephan Braunfelsdes, das Marie-Elisabeth-Lueders-Haus, samt Steg der über die Spree hinüber führt, in Szene zu setzen.